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Feb2007(:blogentry title="existenzmitteilung" time="2007-02-22 14:08":) ![]() Stefan Grübbeling liest die Existenzmitteilung aus San Franzisko von Max Bense. (:quicktime http://webuser.fh-furtwangen.de/~fetzner/fogpatch/temp/existenz3.aif width=500 height=30 autostart=no :) (:blogentryend:) (:blogentry title="nebelprojektionen" time="2007-02-19 22:48":) In den Arbeiten von Anthony McCall macht künstlicher Nebel den Lichtstrahl des Projektors sichtbar. Dieser ist nicht nur kodierter Informationsträger, sondern eine Lichtfigur im Raum. Besucher werden Teil dieser Skulptur, bewegen sich im Zwischenraum. ![]() Anthony McCall, Line Describing a Cone 1973 und Long Film for Four Projectors 1974 Von Juli bis September gibt es eine Retrospektive im Musée de Rochechouart. (:blogentryend:) (:blogentry title="der weiße nebel wunderbar" time="2007-02-16 12:28":) Gespräch mit Klaus Theweleit über den Zusammenhang von Nebel, Traum und Film. Nibelungischer Nebelgebrauch bei C.D. Friedrich, nicht so bei Turner, Mißbrauch bei Riefenstahl und dann Umschnitt bei Godard in Neu(n) Null. Erörterung des Körpergefühls im Nebel, Randbemerkung über auditive Nebel bei Wagner. Beschreibung des eingreifenden Nebelblicks von James Stewart an der Sausalito-Bridge, Kim Novak als Eurydike im grünen Neonnebel - beides VERTIGO. Teil Zwei am 27.2. kurz vorm Abflug, dann mit Schwerpunkt Bense.
(:blogentryend:) (:blogentry title="wolkenrenderings" time="2007-02-14 16:22":) Wolkenlandschaften, wie berechnet. Gefunden auf KSNTV coolwxpics ![]() ![]() (:blogentryend:) (:blogentry title="notizen aus und zu kino / trance / kybernetik" time="2007-02-11 23:14":) Kino - hundertjährige Forschung an Nerven, Reaktionen und Reflexen; Metamorphosierung von Innen- und Aussenwahrnehmung. Walter Benjamin: Unter den gesellschaftlichen Funktionen des Films ist die Wichtigste, das Gleichgewicht zwischen dem Menschen und der Apparatur herzustellen. Körper - keine materielle Schutzhülle für die Seele, sondern selbst ein durchnervter Zustand. Netzhaut und Leinwand fusionieren, wenn ein Kinobild entsteht. Verdrahtung funktioniert demnach nicht ganz so rhizomatisch wie bei Deleuze und Guattari beschrieben: An die Mannigfaltigkeit von Nervenfasern sind die Fäder der Marionetten geknüpft. Benses Existenzmitteilung aus San Franzisko ist da schon näher dran an Kleists Marionettenfigur: Die Fäden zwischen Kopf und Körper sind abgenutzt, doch noch nicht zerissen. Nur das Bewußtsein ist ein diskreter Zustand.Trance - entsteht aus der Verbindung von sinnlichem Rausch und technischem Rauschen. Die künstliche Induktion von Gefühlen im Film und die technischen Bewegung der Blicke sind kybernetische Regelungen eines Apparates, der Lebewesen und Maschinen verbindet. Genau das geschieht im Kino. Kino gehört zu den Trancetechniken unserer Kultur, weil es die normativen und imaginären Zeiträume systematisch verschiebt, dehnt, staucht etc. Rückkopplung - Gustav Theodor Fechners Trance war eine der ersten modernen Rückkopplungstrancen, beschrieben als Reiten und Gerittenwerden. Durch das Flimmern hell/dunkel in der Projektion ist Film als Impulsserie den Nervenfunktionen kompatibel. Das Innere wird mit dem äusseren Apparat verschaltet. Propriozeption - nach den Erkentnissen der Neurobiologie betreibt des Mensch nicht nur nach aussen, sondern auch innerkörperlich ein hochkomplexes Kommunikationssystem. Jede Bewegung ist eine Äußerung, die rückgekoppelt wird, um neue Bewegungen dadurch zu koordinieren. Von Joseph Beuys beschrieben in Äusserungen wie Ich denke sowieso mit dem Knie. Dazu ergänzend Heinz v. Förster: Die Ursache liegt in der Zukunft. Wenn es gut läuft, wird der Mensch von sich selbst bewegt. Wenn es gut läuft, entwickelt und verstärkt sich im Kino unser eigenes Denken in Rhythmus der Bilder und Filme. Wozu dann also noch interaktives Eingreifen?
Filmausschnitte Zabriskie Point Immer noch beieindruckend die Bildmontagen von HighTech und Wüste in Zabriskie Point, der Zigarettenrauch als Lebenszeichen und Kontrapunkt zur technischen Welt. Unübertroffen der Partikelnebel von explodierten Konsumgütern zur Musik von Pink Floyd am Ende: "Und wenn einem dann im Kinosaal von der Leinwand all die Konsumgüter entgegentanzen in ihrem Ballet der Zerstörung, die Kühlschränke und tiefgekühlten Hähnchen, die Kleider und Schuhe und Schränke, wenn das Ferienparadies in der Wüste zum wiederholten Mal vor unseren Augen in die Luft gesprengt wird, dann ist auch Karl Marx uns wieder ein bisschen näher gekommen, vermittelt durch die zeitlose Ästhetik des Michelangelo Antonioni."
Benjamin Happel
(:blogentryend:) (:blogentry title="the fog" time="2007-02-08 19:07":) Ganz anders der Nebelcharakter im Film THE FOG? - Nebel des Grauens von 1979. Dessen Remake aus dem Jahr 2005 fällt etwas flacher aus. ![]() Die Schlüßelszenen wurden in Point Reyes, ca 40 Meilen nördlich von Benses Begegnung mit dem Nebel gedreht. Dort stand der beste Leuchtturm und Nebel gibt es dort auch reichlich. (:gma-map width='500px' zoom='14' ctrl=small text='Bense.':) (:gma-point lat=37.996399 lon=-123.020568:) (:blogentryend:) (:blogentry title="kino, trance & kybernetik" time="2007-02-07 00:51":) Gestern ein hervorragendes Buch von Ute Holl in der Bibliothek herausgefischt; Kino, Trance & Kybernetik. Darin die auführliche Beschreibung des Kinos als eine Art von rückgekoppelter Seelen-Apparat. Das Buch spannt den Bogen von den archaischen Trancetechniken über das Kino hin zu den neuen Bildformaten. "Der empfindende und fühlende Körper steht den Medien als Nervenbündel und Zitterpartien zur Disposition." In dem Buch ausserdem ein schönes Zitat von Gregory Bateson: "Norbert Wiener, when he had a problem, used to sit with the wind blowing on a curtain"Fast wie eine Illustration hierzu dieses Foto von Minor White: ![]() Minor White, Windowsill Daydreaming 1958 Noch ein anderes Bild kommt mir dazu in den Sinn. In SOLARIS von Andrei Tarkowskij gibt es eine direkte Ensprechung dazu. Ein Wissenschaftler setzt sich ans Radiogerät am Fenster, der Vorhang bewegt sich im Wind und wirft Schatten auf seine Stirn - als visuelles Pendant zur Nachrichtenübertragung. So erfährt der Physiker von unerklärlichen Zwischenfällen auf einer Raumstation "an illusinatory complex induced by athmospheric influences of planetary origin plus obscure irrational symptoms to which the brain`s corteral substances contributed"
![]() Der Vorhang entspricht ganz dem Nebelfeld vor dem Haus, durch das sich der Psychologe und Raumfahrer Calvin bewegt: ![]() Filmstill aus Solaris ![]() Filmstill aus Stalker (:blogentryend:) (:blogentry title="durchsehekunst" time="2006-02-06 22:47":) Im Kino die phantastische Appartesammlung von Werner Nekes gesehen. Interessant immer wieder der Lichtkegel, der sich zwischen Projektor und Leinwand aufspannt. Eine Art Nebel, der erst auf der Projektionsffäche zum Bild wird. Mit diesem medialen Zwischenraum (Joachim Paech) haben wir uns schon bei lüderitzcargo intensiv beschäftigt. "Der Zuschauer soll nie die nakte Bildwand sehen. Der erste dekorative, auf die Raumarchitektur abgestimmte Vorhang öffnet sich deshalb erst bei beginnender Prokektion und gibt den Blick frei auf die Handlung es Films."
Hochmeister, Handbuch für den Filmvorführer
![]() Professor Charles Experiment, Sonnenlichtprojektion auf ein mit Silberchloriden getränktes Papier, um 1780 James Turell versucht mit seinen Arbeiten, diesen Zwischenraum verschwinden zu lassen. In Call Waiting von 1997 taucht der Besucher direkt ein in den konturlosen Lichtraum: ![]() Call Waiting, James Turell 1997 (:blogentryend:) (:blogentry title="deutschland neu(n) null" time="2007-02-05 10:09":) Godard beginnt seinen Film Deutschland Neu(n) Null mit Bildern einer deutschen Nebellandschaft. Mit was auch sonst. "Kann man die Zeit erzählen? Die Zeit an sich. als solche.Nein. Das wäre ein verrücktes Unternehmen."
Ganz ähnliche Tonlage und sicherlich im Hinterkopf von Godard der Film Nacht und Nebel von Alain Resnais aus dem Jahr 1955:
(:blogentryend:) (:blogentry title="m/m/j" time="2007-02-03 23:21":) fogpatch wird mit der Software Max/MSP/Jitter realisiert. Diese wurde Ende der 80er Jahre am IRCAM in Paris entwickelt, wo sie auch heute noch im Bereich experimenteller Medienproduktionen Verwendung findet. Weiterentwicklung und Vermarktung findet jetzt über cycling74 in San Francisco statt. M/M/J ermöglicht die augenblickliche Manipulation und Überführung von akustischen in visuelle Datenströme beziehungsweise deren Rückfluss. Aus Sounds werden Bilder und aus Videosignalen Sounds, aus Trackingdaten Bewegungsmomente für dreidimensionale Objekte und so weiter. Sämtliche Digitalsignale können mithilfe umfangreicher Softwarebibliotheken in echtzeit verarbeitet und beliebig transcodiert werden. So entstehen Hybridräume, die in Form von Collagen mit realweltlichen Elementen überlagert, mehrfachbelichtet, verzerrt und gestaltet werden können. Hier stellen sich viele bekannte Fragen zu Begriffen wie Partizipation, Immersion und Interaktion. In den meisten Multimediaprojekten stehen sich die Einzelmedien gegenseitig im Weg und es gibt wenig Emergenz. Durch die Eingriffsmöglichkeiten der Benutzer wird es zudem schwierig, das Potential der linearen Montage künstlerisch zu gestalten, ohne dass diese zum ästhetischen Nonsens wird. Es gibt nur wenig gelungene Beispiele wie etwa die Arbeit Slippery Traces von 1996. Im Hinblick auf das Emotionalisierungspotential digitaler Arbeiten steht nach gut zwanzig Jahren immer noch die Frage von Electronic Arts-Gründer Trip Hawkins im Raum: "Can a computer make you cry?"Filme können das, interaktive Arbeiten schaffen das kaum. Baudrillard notiert dazu bereits 1986 in seinem Buch Amerika: "Man versucht nicht mehr in der Leber oder in den Eingeweiden, im Herzen oder im Blick zu lesen, sondern einfach im Gehirn, dessen Milliarden Verknüpfungen man gerne sichtbar machen würde. Dieser ganze zerebrale und elektronische Snobismus geht mit grosser Affektiertheit einher - weit davon entfernt, das Zeichen einer höheren Anthropologie zu sein. Wir würden gerne die Entwicklung unserer Gedanken sehen können - und eben darin liegt der Aberglaube."
(:blogentryend:)
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