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NovDez2006
(:blogentry title="erstes interview" time="2006-12-22 15:41":) Materialsammlung, erste Gespräche, Einstieg. Interview mit Elisabeth Walther-Bense in Stuttgart, Fragen zum Text Existenzmitteilung aus San Franzisko Unser Gespräch dauerte zwei Stunden. Themen waren die Berechenbarkeit von Ästhetik, das Leib-Seele-Problem bei Max Bense, dessen Beziehung zu Joseph Beuys und den Situationismus, die Zeichenhaftigkeit des Nebels und Details über den Aufenthalt von Max Bense und Elisabeth Walter im August 1969 nach San Francisco. (:youtube e4hJXlcNnRs:) (:blogentryend:) (:blogentry title="dislokation" time="2006-12-10 11:31":) Welchen Einfluss hat die Naturerscheinung des Nebels auf die Organisation von natürlichen, mentalen und sozialen Landschaften. Wie steht es um deren Begehbarkeit? ![]() (:blogentryend:) (:blogentry title="upwhelling" time="2006-12-01 13:27":) Zu San Francisco gehört der Nebel. Er kommt unvermittelt und dicht vom Pazifik, vor allem in den Sommermonaten, führt zu plötzlichen Temperaturstürzen, zur augenblicklichen Verkürzung von Sichtweiten und zum Verblassen der Farben. Die Eingabe der beiden Begriffe "Golden Gate" und "Fog" führen bei Google zu einem reichaltigen Bildsuchergebnis, das diesen Zusammenhang illustriert. Der unwirkliche Wechsel von afrikanischem Licht und nordischem Nebel war schon vor zehn Jahren ein Ausgangspunkt von lüderitzcargo. Bei dem Kinocontainerprojekt ging es um die Projektion kolonialer Bilder von der nördlichen Hemisphäre in die neblige Weite der Namibwüste, in die "Spiegelzeit des Südwest-Protektorats". (Pynchon, "V") ![]() Weltweit gibt es drei arktische Meereströme, die über den upwhelling effect starke Nebelfelder an den Küsten produzieren. Den Benguela Current vor Nambia, den California Current bei San Francisco und den Humboldt Current vor der chilenischen Küste. Diese spühlen kaltes Wasser aus der Tiefe an die Meeresoberfläche, was dort zu starken Nebelbildungen führt. Nach dem Kinoprojekt hatten wir dann vier Jahre lang die neblige Landzunge Diazpoint gepachtet. Mittendrauf der Leuchtturm aus der deutschen Kolonialzeit mit den Prismen aus Berlin-Reinickendorf, Baujahr 1913. Unsere Firma Diazpoint PTY Ltd. wollte dort ein Hotelprojekt entwickeln. Direkt am Foghorn. (:blogentryend:) (:blogentry title="bus vor der nase weggefahren" time="2006-11-23 11:16":) Telefonat mit Elisabeth Walther-Bense über ihren USA-Aufenthalt mit Max Bense 1969, der Ausgangspunkt des Textes Existenzmitteilung aus San Franzisko. Es handelte sich um die erste Amerikareise der beiden über Los Angeles und San Francisco nach Washington. "In Sausalito fuhr uns der Bus vor der Nase weg und wir mussten zu Fuß über die Golden Gate Bridge. Dort wurden wir vom Nebel überrascht und die Temperatur sank plötzlich auf 13° Celsius." Ich plane ein Interview mit Frau Walther-Bense über diese Reise, von der es leider keine Fotos zu geben scheint. (:blogentryend:) (:blogentry title="san francisco" time="2006-11-21 19:07":) Nach Lutz Dammbeck liegen die Ursprünge der Moderne in einer Mischung aus Kybernetik, Multimediakunst und militärischer Forschung. Ich möchte diesen Zusammenhang genauer verstehen und dazu gehören die entsprechenden Orte. Seit einem Jahr bin ich am überlegen, wo ich meinen Fragen am besten nachgehen soll. Eine Idee war Bangalore in Indien, es gab dann auch Reisen nach Kairo (Februar 06) und Barcelona (Juni 06). Die Entscheidung ist am Ende doch auf San Francsico gefallen. Eine Überlegung von Anfang an, weil hier Softwareentwicklung, Lebensgefühl und Natur sich wie an keinem anderen Ort gegenseitig bedingen. ![]() Von Stephen Wilson habe ich eine Einladung an das Department Conceptual Information Arts der San Francisco State University. Dort werde ich die Monate März bis Juni 07 verbringen und Material sammeln. Juli/August bin ich dann am Institut für Bildmedien am ZKM in Karlsruhe, um die Arbeit zu realisieren. (:blogentryend:) (:blogentry title="schwarmdenken" time="2006-11-18 19:54":) In dem Seminar Kolonialismus-Theorien von Klaus Theweleit an der Uni Freiburg lesen wir aktuell den Text “Bees do it: distributed governance” von Kevin Kelly. Der Text ist interessant, weil Kelly 1994 ein Modell entwickelt, das zehn Jahre später zum ideologischen Selbstverständnis der Web 2.0 Bewegung wird. My_Space, Flickr, You_Tube und Del.icio.us als neuronales Plug In für das Individualbewußtstein, eine Art Ausweitung des Gehirns zum kollektiven Wissensspeicher, in dem ganz selbstverständlich Emergenz und Qualität entsteht. Wer partizipiert wird Teil eines globalen Körpers, das scheint mir ein weit verbreitetes Identitätsgefühl in der elektronischen Lebenskultur. (:quicktime Attach:klose.mov Δ width=500 height=186 loop=true autostart=no:) Roboter MIT und Klose WM 2006 Ein verlockend einfaches Modell zu einer Zeit, in der alles so komplex und undurchsichtig wird. Vielleicht hilft die Beschäftigung mit den Selbstdeutungen des Menschen im Spiegel seiner aktuellen Technologien weiter; der Körper als magische Lehmfigur in der mythisch-golemischen Zeit, als Uhrwerk bei Descartes, als Verbrennungsmaschine im Industriezeitalter und nunmehr seit fünfzig Jahren als Cyborg mit ausgeweitetem Zentralnervensystem und einem Gehirn als Computer im Körperbild der Kybernetik. Jetzt aktuell wird das Ich also zum Partikel in riesigen Schwärmen, zum Tropfen in der Wolke. In der Multioptionsgesellschaft werden die Menschen leicht zu Opfern ihres Wunschdenkens. Resultiert daher die aktuelle Faszination für Arbeiten wie die von Spencer Tubnick und Vanessa Beecroft? Vielleicht ist das Web2.0/Schwarmdenken eine Synthese der beiden Standpunkte von Bense und Beuys. (:blogentryend:) (:blogentry title="interaktion und projektion" time="2006-11-16 09:53":) Es gibt eine Verbindung zwischen Interaktion und Imagination. Interaktive Tätigkeiten wie den Lichtschalter betätigen und einen Hund streicheln sind eng verknüpft mit projektiven und konstruktiven Wahrnehmungsprozessen wie etwa das Betrachtung von Bildern oder die Erinnerung an Musik. Spiegelneuronen feuern eben auch in der reinen Vorstellung. Diese Verbindung heisst Intentionalität. Sie steht im Zentrum des Wahrnehmens, Tuns, Wollens und Vorstellens - ein gesamtkörperliches Konzept also. Bei eher technologischen Interaktionskonzepten kommt mir die projektive und imaginäre Komponente und damit die physische und psychische Seite des menschlichen Erlebens zu kurz. Man wird dem Phänomen der Interaktion nicht gerecht, wenn man es isoliert betrachtet. Dann entstehen "seelenlose" Arbeiten. (:blogentryend:) (:blogentry title="auftakt." time="2006-11-11 22:28":) Nach knapp fünf Jahren Schwarzwald Freiraum für ein Forschungssemester. Ich möchte mich mit den Alternativen von künstlerischen und technologischen Erkenntnismodellen beschäftigen, nachdem für mich die technische Perspektive während der Zeit in Furtwangen im Vordergrund stand. ![]() Geplant ist eine experimentelle Auseinandersetzung mit Bild, Raum und Interaktion in Form einer installativen Arbeit. Eine Art interaktives Essay als unbefangener Denkversuch mit offenem Ausgang. (:blogentryend:) |