Recent Changes - Search:

Project

References

Communication



20061120

(:blogentry title="" time="2006-11-20 10:42" permalink="Site.20061120":) Der Text “Bees do it: distributed governance” von Kelly ist wieder interessant, weil er 1994 ein Modell entwickelt, das zehn Jahre später zum ideologischen Selbstverständnis der Web 2.0 Bewegung wird. MySpace, Flickr, YouTube und Del.icio.us als neuronales PlugIn für das Individualbewußtstein, eine Art Ausweitung des Gehirns zum kollektiven Wissensspeicher, in dem ganz selbstverständlich Emergenz und Qualität entsteht. Wer partizipiert wird Teil eines globalen Körpers, das scheint mir ein weit verbreitetes Identitätsgefühl in der elektronischen Lebenskultur. Resultiert daher die aktuelle Faszination für Arbeiten wie die von Spencer Tubnick und Vanessa Beecroft?

Verlockend einfach, ein geradezu einfältiges Modell zu einer Zeit, in der alles so komplex und undurchsichtig wird. Vielleicht hilft die Beschäftigung mit den Selbstdeutungen des Menschen im Spiegel seiner aktuellen Technologien weiter; der Körper als magische Lehmfigur in der mythisch-golemischen Zeit, als Uhrwerk bei Descartes, als Verbrennungsmaschine im Industriezeitalter und nunmehr seit fünfzig Jahren als Cyborg mit ausgeweitetem Zentralnervensystem und einem Gehirn als Computer im Körperbild der Kybernetik. Jetzt aktuell wird das Ich also zum Partikel in riesigen Schwärmen.

Das Web2.0/Schwarmdenken (mit "BRAIN- IP") scheint mir eine Art Synthese von zwei Standpunkten, die in einer sehr unterhaltsamen TV-Diskussion zwischen Joseph Beuys und Max Bense 1970 aufeinandertreffen. Der Informationsästhetiker Bense will hier das anthroposophische Menschenbild von Beuys gestisch auf einen Schieberegler herunterbrechen. (:blogentryend:)

(:blogentry title="" time="2006-11-20 10:42" permalink="Site.20061120":) Der Text “Bees do it: distributed governance” von Kelly ist wieder interessant, weil er 1994 ein Modell entwickelt, das zehn Jahre später zum ideologischen Selbstverständnis der Web 2.0 Bewegung wird. MySpace, Flickr, YouTube und Del.icio.us als neuronales PlugIn für das Individualbewußtstein, eine Art Ausweitung des Gehirns zum kollektiven Wissensspeicher, in dem ganz selbstverständlich Emergenz und Qualität entsteht. Wer partizipiert wird Teil eines globalen Körpers, das scheint mir ein weit verbreitetes Identitätsgefühl in der elektronischen Lebenskultur. Resultiert daher die aktuelle Faszination für Arbeiten wie die von Spencer Tubnick und Vanessa Beecroft?

Verlockend einfach, ein geradezu einfältiges Modell zu einer Zeit, in der alles so komplex und undurchsichtig wird. Vielleicht hilft die Beschäftigung mit den Selbstdeutungen des Menschen im Spiegel seiner aktuellen Technologien weiter; der Körper als magische Lehmfigur in der mythisch-golemischen Zeit, als Uhrwerk bei Descartes, als Verbrennungsmaschine im Industriezeitalter und nunmehr seit fünfzig Jahren als Cyborg mit ausgeweitetem Zentralnervensystem und einem Gehirn als Computer im Körperbild der Kybernetik. Jetzt aktuell wird das Ich also zum Partikel in riesigen Schwärmen.

Das Web2.0/Schwarmdenken (mit "BRAIN- IP") scheint mir eine Art Synthese von zwei Standpunkten, die in einer sehr unterhaltsamen TV-Diskussion zwischen Joseph Beuys und Max Bense 1970 aufeinandertreffen. Der Informationsästhetiker Bense will hier das anthroposophische Menschenbild von Beuys gestisch auf einen Schieberegler herunterbrechen. (:blogentryend:)

Edit - History - Print - Recent Changes - Search
Page last modified on November 20, 2006, at 09:42 AM